Der Weg zum neuen Universalformat
PDF/A-2
Mit dem vorhandenen Standard PDF/A wurde bereits ein guter Teil des Weges zum Wunschformat der Zukunft zurückgelegt. Für die Vertreter der scannenden Zunft sind jedoch noch Restriktionen vorhanden, die PDF/A nur mit Abstrichen geniessbar machen. Dies wird sich
mit dem neuen Standard PDF/A-2 ändern, der es ermöglicht, kleine Dateien in Farbe zu erstellen, diese mit Volltext zu hinterlegen und mit Signaturen rechtssicher zu versiegeln.
PDF/A - ein Format, das viel erfüllt…
Mit PDF/A wurden wesentliche Ansprüche an ein universelles Archivformat erfüllt. So ermöglicht es einen ungehinderten Zugang, da keine Verschlüsselung vorhanden und das Format nicht urheberrechtlich geschützt ist. PDF/A ist Plattform-, Betriebssystem- und Geräte-unabhängig und kann daher von vielen Hard- und Software Plattformen gelesen, interpretiert und angezeigt werden. Es beruht auf veröffentlichten, offenen und akzeptierten Spezifikationen, die von einer unabhängigen Standardisierungsbehörde (ISO) überwacht werden. Das Format ist in sich geschlossen (self contained) und es werden keine externen Ressourcen, wie Schriftarten oder Grafiken, benötigt. PDF/A ist offen für den Benutzer, da es von vielen nicht urheberrechtlich geschützten Werkzeugen gelesen und analysiert werden kann. PDF und damit auch PDF/A ist im Markt weit verbreitet und sowohl vom Markt selbst als auch von Behörden anerkannt.
… aber noch Einschränkungen hat.
Der aktuelle PDF/A-Standard beruht jedoch aus historischen Gründen auf einem eher alten PDF-Standard, nämlich der Version 1.4, die mit dem Adobe PDF Reader Version 5 im Jahr 2001 eingeführt wurde. Dies ist mit dem langen Weg zur Normierung begründet, der 2002 seinen Anfang nahm und 2005 mit dem ISO-Standard 19005-1 endete. Damit wurden wichtige Entwicklungen im PDF-Format nicht adaptiert. Zwar ist die Einbettung von elektronischen Signaturen, die mit PDF 1.4 eingeführt wurde, schon erlaubt, wichtige Elemente, wie die Trennung von Seiten in Ebenen oder transparente Objekte, sind jedoch nicht erlaubt. Auch der für farbige Bilder wichtige Standard JPEG2000 wurde in der Version 1.4 von PDF nicht umgesetzt.
Darum ist PDF/A noch nicht das ideale Format für gescannte Dokumente. Es genügt für schwarzweisse Dokumente. Die Zukunft ist jedoch farbig, sofern die Lese- und Klassifikationsprozesse farbige Bilder verarbeiten können und farbige Dokumente nur unwesentlich grösser werden als schwarzweisse. Das zukünftige Format von PDF/A müsste darum folgende Elemente umfassen: hoch komprimierte Farbbilder müssen in PDF gespeichert und mit Volltext versehen werden können. Dabei sollten sie Dateigrössen erhalten, die nur wenig grösser sind als herkömmliche, schwarzweisse TIFF-G4-Dateien.
Seit einiger Zeit sind darum die Arbeiten am neuen Standard PDF/A-2 im Gange. Dieser basiert auf ausgewählten Funktionalitäten der PDF-Versionen 1.5, 1.6 und 1.7 bzw. dem neuen, universellen PDF-Standard ISO 32000 (ISO PDF), der auf der PDF-Version 7 beruht. PDF/A-2 soll rückwärts kompatibel sein. Der neue Standard soll dann alle wichtigen Punkte, wie beispielsweise die Unterstützung von JPEG2000, Seitenebenen (PDF-Layer) und transparenten Objekten, umfassen. Das Format kann damit Funktionen abbilden, die im Bildformat JPEG2000 Part 6 eingeführt wurden.
Neu soll zusätzlich die Unterstützung für PDF-Pakete (Zusammenfassung mehrerer PDF/A-Dokumente) hinzukommen. Darüber hinaus sollen auch sogenannte zertifizierte Dokumente eingeführt werden und OpenType-Schriftarten verwendet werden können. Dazu kommen Erweiterungen bei elektronischen Signaturen und vieles mehr.
Der lange Weg zum Standard
Im Oktober 2008 begann das ISO-Komitee mit der Arbeit am zweiten Teil des PDF-Standards (ISO 32000-2) und setzte die Arbeit am PDF/A-2-Standard (ISO 19005-2) fort. Zum vorhanden PDF-Standard (ISO 32000-1), der weitestgehend der Adobe-Spezifikation von PDF 1.7 entspricht, wurden viele Änderungswünsche eingereicht. Diese beschäftigen sich mit Portfolios in PDF-Dateien, dem digitalen Rechtemanagement, der Integration von Flash, der neuen Formulartechnik XFA und der Nutzung von 3D-Inhalten. Angedacht ist dabei die Definition eines Basisumfangs für PDF, um die zunehmende Funktionsvielfalt von PDF so besser strukturiert in PDF-Standards widerspiegeln zu können.
Beim nächsten Meeting des Gremiums sollen die Kommentare zum zweiten Committee Draft bearbeitet und PDF/A-2 anschliessend als Draft International Standard (DIS) für die endgültige Abstimmung vorbereitet werden. Wenn alles planmässig und zügig verläuft, könnte PDF/A-2 bereits Mitte 2010 als internationaler Standard veröffentlicht werden.
Die Zukunft schon jetzt?
Interact Consulting beschäftigt sich schon seit 2008 intensiv mit dem neuen Standard. So werden in CaptureSuite neue Module entwickelt, die die Umstellung des Scannprozesses auf eine reine Farbverarbeitung unterstützen. Dabei sollen vorhandene Erkennungsprozesse weiterhin unverändert bedient und eingesetzt werden können, auch wenn diese auf absehbare Zeit immer noch den alten Bildstandard TIFF G4 voraussetzen. Dazu sind neue Softwaremodule der CaptureSuite bereits als Prototyp entwickelt worden, die es ermöglichen, hochauflösend in Farbe zu scannen, kleine Farbbilddateien zu erzeugen, bestehende Scann- und OCR-Systeme unverändert mit TIFF-Bildern bedienen zu können und als Exportformat PDF-Dateien zu erhalten, die dem zukünftigen PDF/A-2-Standard entsprechen.
Falls Sie mehr darüber erfahren möchten oder an der Umstellung Ihrer Lösung auf diese neuen Techniken interessiert sind, kontaktieren Sie einfach unsere Fachspezialisten.
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